Herr, zu wem sollen wir gehen?
Nachfolge ist Entscheidung – Jesus ist das Fundament.
„Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen?
Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Einleitung
Liebe Gemeinde, heute geht es um Jesus Christus – und um die Frage, welche Rolle er in unserem Leben spielt.
Das ist kein altes Märchen und keine verstaubte Idee. Immer wieder wird behauptet, Glaube sei überholt,
Religion sei nur etwas für „schwache“ oder „alte“ Menschen. Doch die Bibel stellt uns an einen entscheidenden Punkt:
Mit Jesus – oder ohne Jesus?
Der Hintergrund von Johannes 6 ist ernst: Jesus hat viel geredet – sehr klare, sehr herausfordernde Worte.
Viele verstanden nicht, was er meinte, und sagten: „Wer kann diese harte Rede hören?“
Vorher war es leicht: Jesus heilte, Jesus versorgte, Jesus speiste Tausende. Da folgten ihm viele gern.
Aber als deutlich wurde, dass Nachfolge nicht nur „Wunder erleben“ ist, sondern Hingabe bedeutet,
zogen sich viele zurück und gingen nicht mehr mit ihm.
Und dann kommt Jesu direkte Frage an die Zwölf:
„Wollt ihr auch weggehen?“ Jesus überredet nicht. Er lockt nicht. Er zwingt nicht.
Aber er stellt die Wahrheit ins Licht: Was ist mit dir?
1) Mit Jesus oder ohne Jesus?
Diese Frage steht nicht nur im Text – sie steht mitten in unserem Alltag.
Wir leben ständig mit Entscheidungen. Manche sind klein, manche groß. Aber eine Frage ist grundlegend:
Will ich mit Christus leben – oder ohne Christus?
Josua stellte diese Entscheidung dem Volk Israel ganz klar vor Augen. Nicht „irgendwann“, nicht „wenn es passt“,
sondern heute.
„Gefällt es euch aber nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt …
Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“
Dieses Wort ist auch für uns wichtig – für Ehe, Familie, Alltag, Entscheidungen.
Man kann Gott dienen mit dem, was man hat: Zeit, Kraft, Haus, Beruf, Begabungen.
Aber es beginnt im Herzen: Wem diene ich?
2) Der starke Grund: Jesu Worte sind „Worte des ewigen Lebens“
Petrus antwortet schnell und klar: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“
Das klingt nicht nach langen Diskussionen, nicht nach Abwägen, nicht nach Abstimmung – sondern nach Überzeugung.
Und dann nennt er den Grund:
„Du hast Worte des ewigen Lebens.“
Das ist mehr als schöne Religion. Es bedeutet: Jesu Wort trägt – es schenkt Leben, Rettung, Hoffnung,
ein Fundament, das nicht bricht, wenn es ernst wird.
Menschen suchen Erfüllung an vielen Orten. Aber wenn Schuld drückt, wenn Angst kommt, wenn das Leben brennt –
dann braucht man mehr als „gute Gedanken“: Man braucht Wahrheit, die trägt.
Darum ist die Bibel nicht nur ein Buch unter vielen.
Wer nach Wahrheit sucht, findet sie bei Christus: Er ist Weg, Wahrheit und Leben.
Und: Jesu Wort ist nicht nur Information – es ist Kraft.
3) Der feste Halt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“
Die Jünger sagen nicht nur: „Deine Worte sind gut“, sondern sie bekennen eine Person:
„Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Christus – der Gesalbte, der verheißene Messias, der von Gott gesandte Retter.
Und wichtig ist die Reihenfolge: „Wir haben geglaubt und erkannt …“
Nicht erst alles völlig verstehen und dann glauben – sondern glauben, Jesus vertrauen,
und auf diesem Weg wächst Erkenntnis. Unser Wissen bleibt Stückwerk – aber unser Halt ist Christus.
Die Bibel ist dabei realistisch: Es gibt Menschen, die eine Zeit lang mitlaufen und dann gehen.
Johannes beschreibt das sehr nüchtern.
„… Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären,
so wären sie bei uns geblieben …“
Jesu Frage „Wollt ihr auch weggehen?“ ist deshalb heilsam: Sie prüft nicht unsere Lippen, sondern unser Herz.
Und sie macht klar: Wenn ich nicht bei Jesus bleibe – wohin gehe ich dann?
Anwendung: Wohin sollen wir gehen?
Wohin hätten die Jünger gehen sollen? Zur Philosophie – viele Fragen, wenig Rettung?
Zu Pharisäern und Tradition – mehr Last, aber kein Leben?
Zur Welt – die viel verspricht, aber nicht satt macht?
Genau darum ist Petrus’ Satz so stark: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“
Ein Mensch ohne Gott driftet nicht automatisch in Freiheit, sondern oft in Leere, Chaos, Ersatzgötter.
Die Bibel zeigt: Gott bezeugt sich – der Mensch kann das wegdrücken, aber es bleibt Wahrheit.
Im Predigt-Transkript wurde dazu Römer 1 als Bezug genannt.
Schluss
Vielleicht stehst du innerlich „auf der Kippe“: Soll ich weitergehen? Soll ich mich bekehren? Soll ich mich taufen lassen?
Jesus zwingt nicht. Aber er fragt. Und er lädt ein.
Darum dürfen wir heute mit Petrus antworten:
„Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“
Möge Gott uns diese Antwort ins Herz schreiben. Amen.