Geschichte2018-09-16T14:41:12+00:00

GESCHICHTE

Täuferbewegung

Die sogenannte Täuferbewegung entstand um 1525 parallel zur Reformation in Zürich in der Schweiz.
Der Kern der Lehre – die Bibel als alleinige Quelle der Glaubenslehre – glich dem bei Luther und Ulrich Zwingli, dem Zürcher Reformator. Doch die Täufer gründeten die erste Freikirche, da sie die Trennung von Kirche und Staat betonten. In die Kirche sollten nur Menschen aufgenommen werden, die Gott wirklich kennengelernt hatten. Die Bewegung verbreitete sich schnell im ganzen deutschen Staatenbund, wurde aber massiv von katholischer und protestantischer Seite verfolgt. Der Name “Mennoniten” wurde von den norddeutschen Täufern als Deckname vom Namen eines ihrer einflussreichen Vertreter, Menno Simons, abgeleitet.

Diese Schwierigkeiten führten nach und nach zu großen Wanderungen der Mennoniten, sowohl nach Nordamerika als auch Ostpreußen. Als Katharina die Große, Zarin von Russland, 1763 ein Manifest verabschiedete, das deutschen Siedlern in bisher unbesiedelten Gebieten großzügige Rechte einräumte, wanderten viele der ostpreußischen Mennoniten weiter nach Russland, gründeten Kolonien und kultivierten das Land.

Doch der Glaube in den Kolonien fuhr sich in Traditionen fest und verlor seine Lebendigkeit. Durch den Einfluss der Pietisten Eduard Wüst und Johannes Bonekämper und des Baptisten Johann Oncken, die neu auf den Stellenwert der persönlichen Entscheidung für Jesus, der Bibel und des Gebets aufmerksam machten, schlossen sich Christen zusammen und bildeten die Brüderbewegung, um wieder Leben in den erstarrten Glauben zu bringen. Daher der Name Mennoniten-Brüdergemeinde.

Bereits unter den Zaren wurden die Rechte der Deutschen immer weiter eingeschränkt, was durch den ersten Weltkrieg massiv verstärkt wurde. Durch das Aufkommen des Kommunismus wurden schließlich viele deutsche Bauern enteignet und teils in Arbeitslager deportiert oder ermordet. Man versuchte, die deutsche Kultur und insbesondere den christlichen Glauben zu zerstören, unter anderem durch Versammlungsverbote und gezieltes Ausschalten von Pastoren und Gemeindemitarbeitern. Allein unter Stalin verloren etwa 35.000 Mennoniten ihr Leben.

Entsprechend groß war der Andrang, als durch Aufweichungen der Ausreisegesetze die Möglichkeit zur Einreise in die Bundesrepublik Deutschland bestand. Seit den späten 60er Jahren wanderten immer mehr Russlanddeutsche zurück nach Deutschland aus, was nach dem Fall der Sowjetunion 1989 seinen Höhepunkt fand. Viele gründeten in Deutschland Gemeinden. So wurde auch unsere Gemeinde 1989 in Nümbrecht gegründet.