Über uns2018-08-03T15:44:05+00:00

Geistliche Grundlage

Wir glauben, dass jeder Mensch eine bewusste Entscheidung, Christ zu werden, freiwillig und für sich persönlich treffen und eine persönliche Beziehung zu Gott haben kann.

Wir glauben, dass die Bibel Antworten auf die Fragen in unserem Leben gibt und somit unsere Weltanschauung und Lebensweise formt.

Wir identifizieren uns mit dem Glaubensbekenntnis der Mennoniten-Brüdergemeinde in Deutschland.

Unser Glaubensbekenntnis
Bibel

Geschichte

Die sogenannte Täuferbewegung entstand um 1525 in Zürich in der Schweiz und verbreitete sich von dort aus relativ schnell nach Süddeutschland und auch Norddeutschland. Der Kern der Lehre war derselbe wie auch bei Zwingli und Luther – die Bibel sei die entscheidende Quelle des Glaubens -, die größten und namensgebenden Unterschiede waren jedoch der absolute Pazifismus, also die Kriegsverweigerung, und die sogenannte Glaubenstaufe, also das Ablehnen der Kindertaufe, wie sie in der katholischen und evangelischen Kirche praktiziert wurde. Getauft wurden nur Menschen, die sich bewusst für den Glauben entschieden hatten. Das führte jedoch zu einer starken Verfolgung vonseiten der reformatorischen Kirche, wobei sogar die Todesstrafe ausgesprochen wurde. In dieser Zeit übte ein ehemaliger katholischer Theologe namens Menno Siemens immer mehr Einfluss auf die Täuferbewegung aus und prägte sie, sodass sich nach und nach viele der Täufer zuerst in Norddeutschland, später aber auch in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich, Mennoniten nannten, da auf diesen Namen keine Todesstrafe stand.

Doch aufgrund der Schwierigkeiten wanderten viele der Mennoniten in andere Gebiete aus. Ein großer Teil siedelte nach Nordamerika über, aber auch in Ostpreußen ließen sich viele nieder und kultivierten dort das Land. Unter anderem weil Katharina die Große 1763 ein Manifest verabschiedete, das neuen Siedlern in unbebauten Gebieten Russlands weiträumige Rechte einräumte, wanderten viele dieser Mennoniten weiter und bildeten zusammen mit anderen deutschen Einwanderern an der Wolga Kolonien. Diese landwirtschaftlich sehr erfolgreichen Kolonien expandierten auch weiter ins innere Russlands und der Ukraine und gründeten dort Tochterkolonien.

In diesen Kolonien entstand die sogenannte Brüdergemeindenbewegung. Die Brüder suchten Erneuerung der mittlerweile in Traditionen festgefahrenen Mennoniten und nahmen auch nur noch wiedergeborene Christen als Gemeindemitglieder auf.

Schon unter den Zaren wurden die Freiheiten der Deutschen immer weiter eingeschränkt. Im ersten Weltkrieg wurden massiv gegen die Deutschen Stimmung gemacht; durch die Russische Revolution artete es aber nicht zu extrem aus, da man mit anderen Problemen klarkommen musste. Doch kurz danach, vor allem Ende der 30er Jahre, wurden schließlich die Deutschen, insbesondere die Mennoniten wegen ihres Glaubens, enteignet und in Arbeitslager gesteckt oder ermordet. Auch während des zweiten Weltkrieges wurden sehr viele der Deutschen nach Sibirien deportiert und in die sogenannte Arbeitsarmee gesteckt, in der der Großteil starb. Das Terrorregime Stalins kostete vermutlich etwa 35.000 Mennoniten das Leben.

Entsprechend groß war der Andrang, als nach dem Fall des eisernen Vorhangs die Möglichkeit zur Einreise in die Bundesrepublik Deutschland bestand. Seit den späten 60er Jahren wanderten immer mehr Russlanddeutsche zurück nach Deutschland aus. Viele gründeten dort Gemeinden; so wurde auch unsere Gemeinde 1989 in Nümbrecht gegründet.