Geistliche Grundlage

Die Mennoniten Brüdergemeinde Nümbrecht ist eine Gemeinschaft von Menschen, die durch den Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden sind. Wir als Gemeinde glauben, dass Jesus Christus Gottes Sohn und unser Erlöser ist. Unsere Gemeinde besteht aus Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Nationen und doch nennen wir uns Brüder und Schwestern, weil wir einen gemeinsamen Vater haben: Gott den Schöpfer des Universums.

Wir sind eine Freikirche, weil unsere Mitglieder aus freier Entscheidung Jesus nachfolgen und durch die Taufe in die Gemeinde Christi aufgenommen werden. Gemeinsam lesen wir in der Bibel, um nach Antworten auf Lebensfragen und Hilfestellungen in der Nachfolge zu suchen. Wir treffen uns zu gemeinsamen Gottesdiensten und zu verschiedenen anderen Anlässen.

Wenn Sie mehr über uns erfahren möchten, können sie hier auf der Website einige Informationen zu uns und unseren Aktivitäten finden. Sollten trotzdem noch Fragen sein, kommen Sie gerne vorbei, um uns kennenzulernen oder kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular.

Unser Glaubensbekenntnis
Bibel

Geschichte

Die Mennoniten Brüdergemeinde 

Die geschichtlichen Wurzeln unserer Gemeinde gehen weit zurück. Sie beginnen mit der Täuferbewegung in Mitteleuropa. 

Die sogenannte Täuferbewegung entstand um 1525 in Zürich in der Schweiz und verbreitete sich von dort aus relativ schnell nach Süd- und Norddeutschland. Der Kern der Lehre war derselbe wie auch bei Zwingli und Luther – die Bibel ist die entscheidende Quelle des Glaubens- Die größten und namensgebenden Unterschiede waren jedoch der absolute Pazifismus, also die Kriegsverweigerung, und die sogenannte Glaubenstaufe, also das Ablehnen der Kindertaufe, wie sie in der katholischen und evangelischen Kirche praktiziert wird. Getauft wurden nur Menschen, die sich bewusst für den Glauben entschieden hatten. Das führte zu anhaltender starker Verfolgung vonseiten der reformatorischen Kirche. Den Anhängern der Täuferbewegung wurde sogar die Todesstrafe auferlegt. 

In dieser Zeit übte ein ehemaliger katholischer Theologe namens Menno Siemens immer mehr Einfluss auf die Täuferbewegung aus und prägte sie, sodass sich nach und nach viele der Täufer Mennoniten nannten. Zuerst in Norddeutschland, später aber auch in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich, auf diesen Namen wurde keine Todesstrafe ausgeschrieben.  

Aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten wanderten viele der Mennoniten in andere Gebiete aus. Ein großer Teil siedelte nach Nordamerika über, aber auch in Ostpreußen ließen sich viele nieder und kultivierten dort als erfahrene Landwirte das Land.  

Unter anderem weil Katharina die Große 1763 ein Manifest verabschiedete, das neuen Siedlern in unbebauten Gebieten Russlands weiträumige Rechte einräumte, wanderten viele dieser Mennoniten weiter und bildeten zusammen mit anderen deutschen Einwanderern an der Wolga Kolonien. Ihnen wurden viele Privilegien, wie die Glaubensfreiheit, Befreiung von dem Militärdienst, Selbstverwaltung und einige Wirtschaftsvorteile versprochen. Diese landwirtschaftlich sehr erfolgreichen Kolonien expandierten auch weiter in das Innere Russlands und der Ukraine und gründeten dort Tochterkolonien.  Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in diesen Kolonien die sogenannte Bewegung der Brüdergemeinden. Die Brüdergemeinden suchten Erneuerung der mittlerweile in Traditionen festgefahrenen Mennoniten und nahmen auch nur noch wiedergeborene Christen als Gemeindemitglieder auf.  

Schon unter den Zaren wurden die Freiheiten der Deutschen immer weiter eingeschränkt. Während des ersten Weltkrieges wurde massiv gegen die Deutschen Stimmung gemacht; durch die Russische Revolution artete es aber nicht zu extrem aus, da man mit anderen Problemen zurechtkommen musste.  

Nach der russischen Revolution und dem darauffolgenden kommunistischen Regime entstand eine Verfolgung der christlichen Gemeinden.  Vor allem Ende der 30er Jahre, wurden schließlich die Deutschen, insbesondere die Mennoniten wegen ihres Glaubens, enteignet und in Arbeitslager verbannt. Auch während des zweiten Weltkrieges wurden sehr viele der Deutschen nach Sibirien deportiert und in die sogenannte Arbeitsarmee eingegliedert. Schätzungen zufolge wurden etwa 35.000 Mennoniten Opfer dieses Terrorregimes.  

In den 60er Jahren gab es eine erneute Erweckung unter den Deutschen in Russland. So entstanden viele neue Gemeinden und die Zahl der gläubigen Mennoniten stieg an. Doch die politisch vorgegebene fortwährende Verfolgung der Brüdergemeinde erschwerte die Auslebung des christlichen Glaubens.  Entsprechend groß war der Andrang, als nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Möglichkeit zu der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland bestand. Seit den späten 60er Jahren kehrten immer mehr Russlanddeutsche nach Deutschland heim. Viele verließen ihre Gemeinden in Russland und gründeten Dank der Glaubensfreiheit in Deutschland neue Brüdergemeinden. Mit diesen Wurzeln und der Prägung fortbestehender Mennoniten Brüdergemeinden, wurde auch unsere Gemeinde im Jahr 1989 in Nümbrecht gegründet.  Unsere Geschichte zeigt uns, dass Gott selbst die Hand über seine Gemeinde hält und dass Gemeinde dort bestehen bleibt, wo Menschen gemeinsam Gott lieben und ihm ehrlich dienen wollen.